Im Januar haben Frauen in Dakar die
Grundsteine für die ersten Häuser einer Frauensiedlung
gelegt. Einfache Häuser wollen sie auf die etwa 300 Quadratmeter
großen Grundstücke bauen. Zwei Räume mit einer Küche
unter freiem Himmel. Die Pläne haben sie selbst gemacht. Auch
bauen werden sie so viel wie möglich selbst. Hundert solcher
Parzellen gehören zur Frauensiedlung. Es ist ein Pilotprojekt.
Die heute 58-jährige Cissé ist nicht nur im Senegal
bekannt. Sondern auch in Frankreich. Denn genau in dem Augenblick,
als 300 Afrikaner und Afrikanerinnen, die keinen gültigen
Aufenthaltsstatus in Frankreich hatten, im März 1996 die Kirche
Saint Bernard in Paris besetzten, war sie auch in der französischen
Hauptstadt. Sie ging zu den BesetzerInnen und wurde fast noch am
gleichen Tag die Sprecherin der Sans-Papiers, der Papierlosen. Mit
ihrer Eloquenz und Entschlossenheit hat Cissé den
Saint-Papiers eine Stimme gegeben. Vier Jahre lang. Für sie sei
es ganz normal, sich für andere einzusetzen, sagt sie. Obwohl
sie doch eigentlich ein anderes Leben hatte als Deutschlehrerin in
Dakar....
Ins Afrikanische Viertel in Berlin zieht es immer mehr Menschen Afrikanischer Herkunt. Monsieur
Ebeny kommt aus Kamerun. Er steht hinter dem Tresen seines
Lebensmittelgeschäftes in der Kameruner Straße und füllt Erdnüsse in
schmale, durchsichtige Beutel ab. Der groß gewachsene Mann, der am
liebsten Französisch spricht, ist stolz auf seinen kleinen Laden mit
den knallroten Regalen. Und dass er seinen Laden ausgerechnet in der
Kameruner Straße im Afrikanischen Viertel in Wedding eröffnet hat, war
mehr als ein Zufall. Sollten Sie mal als Tourist mal nach Berlin kommen und sind interessiert an der afrikanischen Kultur oder haben Lust Kontakte zu Afrikanischen Frauen und Afrikanischen Männern zu bekommen, dann besuchen die auf jeden Fall das Afrikanische Viertel im Wedding in Berlin. Wäre schön es würden sich mehr Afrikanische Begegnungstätten in deutschen Städten entwickeln wie in Berlin. Das würde vielleicht das Bild von Afrika bei vielen Menschen etwas verändern. Afrika ist nicht nur Armut, Hunger und Kriege. Wenn mir jemand sagt...